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Die Altbausanierung

Ein- oder Mehrfamilienhäuser, die den heutigen Anforderungen an Wohnqualität nicht mehr entsprechen und / oder zusätzlich Bauschäden aufweisen, müssen saniert werden, um sie weiter nutzen zu können.
 
Altbausanierung ist ein interessantes Thema. Überraschungen sind an der Tagesordnung: Wände, die nicht genau übereinander stehen, gebrochene Deckenbalken, Hauschwamm, Holzbock & Co.
 
Oft hat auch das Denkmalschutzamt ein gewichtiges  Wort mitzureden. Für Veränderungen an einem Bauteil (Fassade, Treppenhaus, Dach, usw.), oder einem kompletten Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, muß eine sogenannte Denkmalrechtliche Genehmigung beim jeweiligen Denkmalschutzamt eingeholt werden.
 
Basis jeder seriösen Sanierung ist eine gründliche Bestandsaufnahme der vorhandenen Bausubstanz. Ohne vernünftige Grundlage ist es schwierig, eine vernünftige Planung zu machen.
 
Oft sind die ursprünglichen Pläne verschwunden, Umbauten wurden nicht dokumentiert, Grundrisse wurden geändert. Die vorhandenen Schäden müssen aufgenommen, analysiert und die Schlußfolgerungen in die Sanierungsplanung eingearbeitet werden.
 
Je nach Bauobjekt ist das mehr oder weniger aufwendig, immer abhängig davon, in welchem Zustand das Gebäude ist, welche Schäden saniert werden müssen und welche Unterlagen noch vorhanden sind.
 
Energieeinsparungsmaßnahmen sollten bei jeder Altbausanierung ins Auge gefaßt werden. Hier müssen Bauherr und Architekt sensibel vorgehen und Prioritäten setzen. Eine Verbesserung der Außenwanddämmung beispielsweise ist nicht unbedingt vorgeschrieben. Falls die Fassade unter Denkmalschutz steht, können bestimmte Dämmmaßnahmen (bei diesem Beispiel: Dämmung auf der Außenseite) nicht angewendet werden.
 
Dennoch sind bestimmte Maßnahmen bei der Altbausanierung fast immer empfehlenswert:

  • Fenstererneuerung: Die Wärmeverluste im Fensterbereich sind teilweise so hoch, daß sich die Bewohner schon körperlich unwohl fühlen. Wer einmal einen Abend neben einem undichten Fenster gesessen hat und am nächsten Tag einen steifen Hals hatte, weiß, wovon die Rede ist.
     
  • Außenwanddämmung: Wände, deren Oberfläche wesentlich kühler als die Rumlufttemperatur ist, führen ebenfalls zu einem unbehaglichen Raumklima. Außerdem besteht die Gefahr der Schwitzwasserbildung, die auf längere Sicht gesehen zu einer meist unerwünschten Flora an den betroffenen Stellen führen kann.
     
  • Dämmung der Kellerdecke: Fußkälte in Erdgeschoßwohnungen ist ebenfalls Gesprächsthema. Wer gerne gemütlich am Küchentisch sitzt und im Winter regelmäßig nach einiger Zeit tiefgefrorene Füße hat, sollte darüber nachdenken. Dicke Filzpantoffeln sind allerdings zugegebenermaßen billiger...
     
  • Dämmung der Dachgeschoßdecke: Sehr sinnvoll, wenn man nicht den Dachboden oder bei Flachdächern direkt die Umgebung heizen will!
     

Demgegenüber sind die finanziellen Einsparungseffekte eher zweitrangig. Die Einparungen in Euro und Cent schwanken mit den Preisen für Erdöl oder Erdgas. Hier ist die Art der Finanzierung entscheidender. Finanziell interessant werden Energieeinsparmaßnahmen meistens, wenn ein Bauteil renoviert werden muß und bestimmte Kosten (z.B. Gerüste, Anstrich) sowieso anfallen würden. Hier sind die Mehrkosten meist tragbar; ggf. kann man Subventionen oder vergünstigte Kredite beantragen.
 
In Hannover existiert beispielsweise der Unterstützungsfonds proKlima (Klimaschutzfonds Hannover, Zuschüsse für Energiesparmaßnahmen und regenerative Energien in Hannover, Laatzen, Langenhagen, Seelze, Ronnenberg und Hemmingen).
 

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